Unter dem Titel “Im Abendlampenlicht” findet ihr eine kleine Sammlung von Kurzgeschichten und Gedichten als Ebook bei Amazon:
Kopf unter Wasser
Kopf unter Wasser
Wie wild soll ich hochzappeln und kämpfen?
Arme und Beine sind sterbensmüde
Meine Augen erblicken die Tiefe
verwaschen und trüb, wie Suppe
Wo sind die Fische hin?
Wie weich ist ein algenbedeckter Grund?
In den Ohren verschwimmen die Rufe der Menschen da oben
Ich atme Wasser statt Luft
Es macht mich seltsam satt
Behutsam umfängt Kühle meine Haut
Nichts zwingt mich, an die Oberfläche zurückzukehren
Nur Treibenlassen und Absinken
So schlafe ich
langsam schwebend
getragen von sanft treibenden Wogen
im Fluss des Lebens
als Körper ohne Gedanken
unbekümmert dahin
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Geist allein macht auch nicht glücklich
An manchen Tagen
könnte ich auf den Körper gut verzichten
Da würde der Geist mir völlig reichen
Dann lege ich es ab, das lästige Fleisch
Habe genügend Wolle im Kopf
damit ich mir was zusammenspinnen kann
um mir was Schönes daraus zu stricken
in dem ich mich ausruhe dann
Muss nur aufpassen
dass ich mich nicht verirr
die Fäden sich nicht verknoten
die Gedanken zerfransen
ich mich verlier
Manchmal muss ich ihn eben doch wieder neu füttern
den hungrigen Geist
Da käme mir mein Körper wieder sehr gelegen
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Hab mir mein Leben gedacht
Hab mir mein Leben gedacht
wie seicht dahin fließendes Wasser
mit ein wenig Geplätscher am Uferrand
und ein bisschen Wellenspiel mittendrin
Doch ich hab die Wetter vergessen!
Der Wind schäumte mein Leben auf
peitschte es über Böschungen
und trieb es durch tiefe dunkle Täler
Es stürzte in Fluten über zerklüftete Klippen
breitete sich aus, in weiten Strömen
wo es sich endlich beruhigte
bis es irgendwo fast ganz versickerte
Bald wird der letzte Tropfen in der Mutter Erde verschwinden
Es war spanndender als gedacht – auf jeden Fall!
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Es lauerte, ich wusste es
Es lauerte, ich wusste es
schon lange irgendwo auf mich
Hab die Spur eines Schattens mitgenommen
beim Blick in unbekannte Finsternis
Eilig schaufel ich ein tiefes Loch
Begrab es unter dicker Erde
trete drauf, zerstampf es noch
Als würde er nicht warten
Nicht in dem Loch im Garten
Nein, er überrascht mich noch, ich wette
an der nächsten Straßenecke
Dann hat er mich eingeholt
Der Gedanke an den Tod
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Lebensentwürfe
ausgesponnen, probiert und verworfen
sie liegen bei mir in der Ecke herum
haben sich nicht bewährt




